Der Steinmetz in der Denkmalpflege


In der Denkmalpflege und Steinrestaurierung erfüllen Steinmetzen eine wichtige gesellschaftliche Rolle. Ihre beständige Arbeit schützt weltbekannte Kathedralen und Dome vor dem Zahn der Zeit. Ebenso bewahren Steinmetzen unzählige kleinere Denkmale vor der Vergessenheit. Die Aufgaben reichen von der Reinigung der Steinoberfläche bis zum Austausch gesamter Teile eines Baudenkmals. Traditionelle Bearbeitungstechniken werden dabei mit wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden kombiniert. Überall in Deutschland sind hochspezialisierte Steinmetzen und Steinbildhauer in der Denkmalpflege aktiv. Weithin sichtbar wie am Kölner Dom oder am Dresdner Zwinger, aber auch bei vielen kleineren Denkmalen, die sie pflegen und für künftige Generationen bewahren. Dadurch leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer Kulturgüter. Die hochspezialisierten Handwerker tragen eine besondere Verantwortung, da sie mit unersetzbaren Originalen arbeiten. Vom Wegkreuz bis zur Kirchenfassade besitzen diese Originale aus Naturstein eine hohe kulturelle Bedeutung; sie sind Ausdruck des geistigen, religiösen oder künstlerischen Lebens sowie der technischen Entwicklung vergangener Epochen.

Die Arbeitsgrundsätze im Steinmetzhandwerk

  • Behutsamer verantwortungsbewusster Umgang mit Denkmalen im Sinne des Erhalts historischer Bausubstanz gemäß internationaler Grundsatzpapiere
  • Die Verpflichtung dauernder Weiterbildung auf dem Gebiet anwendungsbezogener bzw. naturwissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Wissenschaft und Technik, beispielsweise mit der amtlichen Denkmalpflege sowie mit Analyse- und Forschungsinstituten

Qualifikation

a) Berufsausbildung - Lehre im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
Fachrichtungen: Steinmetzarbeiten, Steinbildhauerarbeiten
Abschluss: Geselle / Link zur Ausbildungsordnung
Dauer: 3 Jahre, davon mind. 240 h In Stand halten, In Stand setzen und Restaurieren von Bauwerken und Denkmalen, In Stand setzen und Restaurieren von Bildhauerarbeiten etc.

b) Aufstiegsfortbildung - Steinmetz- und Steinbildhauer in der Denkmalpflege
Abschluss: Steinmetz(in) und Steinbildhauer(in) in der Denkmalpflege
In diesem Lehrgang wird eine solide Grundlage an Fachwissen und Fertigkeiten für den Steinmetz und Steinbildhauer in der Denkmalpflege geschaffen. Er kann als Vorstufe für die Fortbildung zum Restaurator im Steinmetz- und Steinbildhauerhand-werk angesehen werden. Die Maßnahme wird nach bundeseinheitlichem Lehrplan durchgeführt und schließt mit einer Prüfung ab. 
(Aufwand: 320 Stunden)

c) Meisterausbildung
Abschluss: Steinmetz- und Steinbildhauermeister(in) / Link zur Meisterprüfungsordnung
Dauer: ca. 2 Jahre in Teilzeit, ca. 6 Monate in Vollzeit


Teil I – Fachpraktische Prüfung: Der Prüfling muss sein Meisterprüfungsprojekt umsetzen, in einem Fachgespräch vorstellen und eine Situationsaufgabe bewältigen.

Teil II – Fachtheoretische Prüfung: Der Prüfling wird in folgenden Bereichen schriftlich geprüft: Natursteintechnik und -gestaltung, Auftragsabwicklung sowie Betriebsführung

Teil III – Prüfung der betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen und rechtlichen Kenntnisse: Der Prüfling wird in folgenden Bereichen schriftlich geprüft: Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, Gründungs- und Übernahmeaktivitäten, Unternehmensstrategie

Teil IV – Prüfung der berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse: Der Prüfling wird in folgenden Bereichen schriftlich geprüft: Prüfung von Ausbildungsvoraus-setzungen, Planung, Vorbereitung, Durchführung und Abschluss von Ausbildungen

d) Fortbildung - Restaurator im Handwerk
Abschluss: Restaurator im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
  • Bau- und Kunstgeschichte
  • Berufsbild des Restaurators, Organisation und
  • Grundsätze der Denkmalpflege
  • Gesteinskunde für den Steinrestaurator
  • Chemie für den Steinrestaurator
  • Physik für den Steinrestaurator
  • Baustoffe – Putze, Mörtel, Betone, Metalle
  • Bestandsaufnahme, Ausschreibung, Dokumentation
  • Steinreinigung, Steinkonservierung
  • Rekonstruktionstechniken, Steinerneuerung, Steinergänzung
  • Polychromierung von Stein
(Aufwand: 720 Stunden)

Derzeit findet ein Neurodnungsverfahren statt. Danach soll eine Zusammenführung der über 300 bestehenden Kammerregelungen zu einer bundeseinheitlichen Fortbildungsverordnung nach § 42 HwO unter Berücksichtigung fachspezifischer Schwerpunkte erfolgen. 
Link zum Handwerks-Magazin Link zum ZDH


Alle Infos zu Weiterbildungen im Steinmetzhandwerk unter http://www.steinmetz-weiterbildung.de/





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